aus Erbe und Auftrag http://www.promonarchie.de/auszuege22007.pdf
Der muslimischen Tradition folgend wurde er binnen 24 Stunden in dem nur notdürftig wiederhergestellten Mausoleum seines Vaters beigesetzt. Er ruht nun an der Seite seiner 2002 gestorbenen Gemahlin, die kurz nach dem Ende des Exils noch in Rom gestorben war. Am 18. April 2002 war der König mit 87 Jahren in seine Heimat zurückgekehrt. Damals keimte die Hoffnung auf, er könne das Land einen und befrieden, alleine Kraft seiner Autorität, die er noch im bei den Afghanen genoß. Welches Leid hätten die USA dem Lande, der Bevölkerung, sich selbst und den anderen hineingezogenen Staaten ersparen können. Kaum ein Tag ist seit dem vergangen, an dem nicht irgendwelche Opfer zu beklagen gewesen wären. Als König einer parlamentarischen Monarchie eingesetzt, wäre mit Sicherheit die Entwicklung eine andere gewesen. Doch die Amerikaner haben in ihrer Geschichte immer wieder bewiesen, daß sie die Kraft einer Monarchie völlig falsch einschätzen. Auch Deutschland und damit damals auch der Welt wäre viel Leid erspart geblieben, hätten die USA nicht auf die Absetzung der Hohenzollernmonarchie in Deutschland 1918 gedrängt. Libyen und der Irak sind andere aktuelle Beispiele. Nicht zu vergessen der Iran/Persien. Die damaligen Herrscher waren auf einem sorgsamen Weg der Öffnung ihrer jeweiligen Länder zum Westen hin. Dann versanken sie in Diktaturen und Terror. Die Verantwortung dafür ist auch den „Weltpolizisten“ USA anzulasten. Die drei letzten Könige Afghanistans waren Modernisierer. Nadir Shahs (Vater von Zahir Shah) Vorgänger, Amanullah, hatte sich im britisch-afghanischen Krieg 1919 auch mit Unterstützung Sowjetrußlands und der damals noch eigenständigen Sowjetrepublik Buchara militärisch behaupten können. 1921 schuf Amanullah das politisch selbstständige Königreich Afghanistan. Amanullahs Bemühungen um Modernisierung – so drängte er auch auf eine vorsichtige Emanzipation der Frauen – stießen allerdings auf inneren Widerstand. Nach dem Sturz Amanullahs im Jahre 1928 verheerte ein vierjähriger Bürgerkrieg das Land, der erst mit der Thronbesteigung Nadir Shahs im Jahre 1932 sein Ende fand. Nadir wurde aber schon 1933 von einem geisteskranken Studenten ermordet. Der 1914 in Kabul geborene Zahri wurde zum König proklamiert. Er war damals erst 19 Jahre und hatte gerade erst seine Erziehung in Frankreich abgeschlossen. In den ersten Jahren seiner Herrschaft regierte noch sein Onkel als Ministerpräsident das Land. Doch während des Ersten Weltkriegs gelang es Zahir Shah bereits, Afghanistans Neutralität – und seine Grenzen – zu wahren. Zahir Shah war bemüht, die vorsichtigen Reformbestrebungen seiner Vorgänger Amanullah und Nadir Shah fortzusetzen. Das schloß außenpolitisch den Dialog mit Großbritannien und der Sowjetunion, später auch den USA ein. Im Inneren sorgte der Pashtune Zahir Shah für einen Ausgleich der Volksgruppen, verhinderte vor allem eine pashtunische Alleinherrschaft. 
Dabei stammte der König selbst von einer langen Reihe pashtunischer Herrscher ab und war entfernt mit Hamid Karsai verwandt. Des Königs Herrschaft galt als eine der friedlichsten der afghanischen Geschichte.1953 wurde sein Cousin Mohammed Daud Ministerpräsident. Zehn Jahre später begann der König endlich, sich aktiv in die Politik einzumischen. Er zwang seinen Cousin zum Rücktritt. Und er begann, das Land am Hindukusch in einen modernen demokratischen Staat zu verwandeln. Seine Reformen ebneten 1964 den Weg für ein Zwei-Kammern-Parlament, Wahlen, eine freie Presse und für die Emanzipation der Frauen. Der König gründete Afghanistans erste Universität und holte ausländische Berater ins Land. Aus Ost und West flossen Hilfsgelder nach Afghanistan, und zumindest die Hauptstadt wuchs und gedieh in diesem Geldsegen. Unter seinem Regime erlebte das Land eine lange Dekade des Friedens und der Stabilität – bis heute erinnern sich die Afghanen mit Wehmut an diese Zeit. Selbst westliche Touristen reisten zuhauf an den Hindukusch. Sie besichtigten die wild-romantische Bergwelt und die Relikte uralter Kulturen. In jenen Jahren war Afghanistan ein Märchenland, ein Hoffnungsstrahl, und ein Drogenparadies für Hippies und Weltverbesserer. Doch in den siebziger Jahren wandelte sich das Blatt. Die goldenen Zeiten gingen zuende. Dürre und Hungersnot beutelten das Land, und an der Grenze zu Pakistan forderten paschtunische Stämme immer lauter ihre Unabhängigkeit. In dieser Zeit reiste Sahir Shah bereits viel in der Welt herum. Seine Gesundheit ließ zu wünschen übrig, er ließ sich in verschiedenen Ländern behandeln. 1973 nahm er gerade in Neapel Schlammbäder gegen seine Rückenprobleme, als er in Abwesenheit vom Thron gestürzt wurde. Sein Cousin Mohammed Daud führte den Putsch an und erklärte sich selbst zum Präsidenten. Von da an ging es endgültig bergab mit Afghanistan. Daoud hob die demokratische Verfassung auf und schuf eine diktatorische Präsidialrepublik. Außenpolitisch setzte Daoud den Kurs des Königs fort, gleich gute Beziehungen zu allen Großmächten zu pflegen. Sein hartes Vorgehen gegen die prosowjetische Opposition (Demokratische Volkspartei unter Nur Mohammed Taraki) begünstigte den erneuten Umsturz im Jahre 1978, bei dem Daoud erschossen wurde. 1979 marschierte die Sowjetarmee ein und brachte Chaos über das Land. Nach ihrem Abzug zehn Jahre später versank das Land im Bürgerkrieg und Anarchie. 1996 kamen schließlich die Taliban an die Macht. Während all dieser dunklen Jahre lebte Sahir Shah in Italien. Er hatte nie die Absicht, seine Macht zurückzuerobern. Doch jedes Mal, wenn man ihn fragte, sagte er: „Ich bin bereit, nach Afghanistan zurückzukehren, wenn es dazu dient, meinem Volk zu helfen.“

Dabei stammte der König selbst von einer langen Reihe pashtunischer Herrscher ab und war entfernt mit Hamid Karsai verwandt. Des Königs Herrschaft galt als eine der friedlichsten der afghanischen Geschichte.1953 wurde sein Cousin Mohammed Daud Ministerpräsident. Zehn Jahre später begann der König endlich, sich aktiv in die Politik einzumischen. Er zwang seinen Cousin zum Rücktritt. Und er begann, das Land am Hindukusch in einen modernen demokratischen Staat zu verwandeln. Seine Reformen ebneten 1964 den Weg für ein Zwei-Kammern-Parlament, Wahlen, eine freie Presse und für die Emanzipation der Frauen. Der König gründete Afghanistans erste Universität und holte ausländische Berater ins Land. Aus Ost und West flossen Hilfsgelder nach Afghanistan, und zumindest die Hauptstadt wuchs und gedieh in diesem Geldsegen. Unter seinem Regime erlebte das Land eine lange Dekade des Friedens und der Stabilität – bis heute erinnern sich die Afghanen mit Wehmut an diese Zeit. Selbst westliche Touristen reisten zuhauf an den Hindukusch. Sie besichtigten die wild-romantische Bergwelt und die Relikte uralter Kulturen. In jenen Jahren war Afghanistan ein Märchenland, ein Hoffnungsstrahl, und ein Drogenparadies für Hippies und Weltverbesserer. Doch in den siebziger Jahren wandelte sich das Blatt. Die goldenen Zeiten gingen zuende. Dürre und Hungersnot beutelten das Land, und an der Grenze zu Pakistan forderten paschtunische Stämme immer lauter ihre Unabhängigkeit. In dieser Zeit reiste Sahir Shah bereits viel in der Welt herum. Seine Gesundheit ließ zu wünschen übrig, er ließ sich in verschiedenen Ländern behandeln. 1973 nahm er gerade in Neapel Schlammbäder gegen seine Rückenprobleme, als er in Abwesenheit vom Thron gestürzt wurde. Sein Cousin Mohammed Daud führte den Putsch an und erklärte sich selbst zum Präsidenten. Von da an ging es endgültig bergab mit Afghanistan. Daoud hob die demokratische Verfassung auf und schuf eine diktatorische Präsidialrepublik. Außenpolitisch setzte Daoud den Kurs des Königs fort, gleich gute Beziehungen zu allen Großmächten zu pflegen. Sein hartes Vorgehen gegen die prosowjetische Opposition (Demokratische Volkspartei unter Nur Mohammed Taraki) begünstigte den erneuten Umsturz im Jahre 1978, bei dem Daoud erschossen wurde. 1979 marschierte die Sowjetarmee ein und brachte Chaos über das Land. Nach ihrem Abzug zehn Jahre später versank das Land im Bürgerkrieg und Anarchie. 1996 kamen schließlich die Taliban an die Macht. Während all dieser dunklen Jahre lebte Sahir Shah in Italien. Er hatte nie die Absicht, seine Macht zurückzuerobern. Doch jedes Mal, wenn man ihn fragte, sagte er: „Ich bin bereit, nach Afghanistan zurückzukehren, wenn es dazu dient, meinem Volk zu helfen.“
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