Bogenschützen benötigen ausreichend Kraft in den Schultern - eine Binsenweisheit möchte man meinen, doch schaut man sich den Bewegungsablauf vieler Schützen an, so erkennt man, dass sie ihre Kraft den Bogen zu spannen nicht aus den Schultergürtel und den Rückenmuskeln nehmen, sondern nur mit den Armen den Bogen spannen. Der berittene Bogenschütze benötigt sogar noch weitaus mehr Kraft, da ihm durch den Reitersitz und die Ausgleichsbewegungen mit dem Körper beim Ritt, erheblich weniger Kraft aus dem Körperstamm zur Verfügung steht, als einem stehenden Schützen.
Dass Bogenschützen oft nur mit den Armen den Bogen spannen, läßt sich leicht überprüfen. Dabei sieht der Bewegungsablauf dann wie folgt aus: der Bogen wird gespannt, der Pfeil geankert, der Rücken bleibt rund, der Schuß erfolgt. Vor dem Schuß werden die Schulterblätter nicht zusammengezogen, oder ein kläglicher Versuch endet damit, dass die Bogenschulter nach oben wandert.
Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass der Schütze den korrekten Bewegungsablauf entweder garnicht kennt oder sein Bogen noch zu stark ist. Wird diese Schulterkraft nicht mit Zusatzübungen erworben, man erwirbt sie allein durch regelmäßiges Bogenschiessen definitv nicht, denn der Bewegungsablauf beim Schuß ist kaum dazu geeignet Kraft aufzubauen, dann wird man diesem tiefsitzenden Technikproblem nie Herr werden.
Verschiedenste regelmäßige Bogenspannübungen zur Stärkung des Schultergürtels sind das Mittel der Wahl, um hier zügig weiter zu kommen (Siehe auch voriger Artikel zu SPTA); das Bogenspannen war übrigens bei den alten Osmanen eine eigene Disziplin, mittels derer sie erstaunliche starke Bogen mit Zuggewichten bis zu 200lbs spannen konnten.
Neben diesen grobmotorigen Kraftübungen kommt es aber auch darauf an, dass vorallem die Bogenschulter aber auch die der Zughand in der richtigen Position vor dem Abschuß sind. Dabei muß vorallem auf die Schulterrotation geachtet werden. Bei korrekter Ausführung ist die Bogenschulter ist tief und der ganze Bogenarm in gerader Linie zum Rücken. Diese Stellung erreicht man nur, wenn die für die Schulterrotation notwendigen Muskeln vorhanden sind. Achtet ein Schütze darauf nicht wird nicht nur sein Schuß schwer verhersagbar, er schädigt mit der Zeit auch seine Gesundheit nachhaltig. Es kann zu schwierig heilenden Enzündungen im Schulterbereich kommen.
Deshalb vor dem Schiessen immer erst Aufwärmen, dann Kraftübungen vorallem auch solche welche die Schulterrotation kräftigen, dann Bogen schiessen!
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