Wir begegnen ihr allerorten, der Empörung über dies und das und der rechtschaffenen Begründung für diese emotionale Unbill. Auslöser die Medien! Und ebenso medial empört es sich in Blogs und Foren, virtuellen Kommentaren und Beiträgen. Beliebte Anlässe in der Reihenfolge ihrer Fähigkeit besonders heftige Reaktionen und Heißwerden des Blutes und Wortflut zu erzeugen sind:
* Verstöße gegen den Tierschutz
* Fehlverhalten von Obrigkeiten
* Fehlverhalten (religiöser) Minderheiten
Dem Empörten, meist ist er Opfer einer geschickten Medienpolitik, wird der tatsächliche Sachverhalt des zugrundeliegenden Vorfalls kaum interessieren, denn seine Lust besteht in der Empörung als solcher. Was immer auch der dicke Sancho Pansa an Argumenten hervorbringt um die Mühlenhaftigkeit der Riesen zu untermauern, allein der mögliche Verdienst vor den Augen der imaginären Dulcinea, macht den verhungerten Ritter auf seinem noch klapprigeren Roß zum blindwütenden Mühlenbekämpfer.
Da sich Windmühlen aber nicht wie Riesen verhalten, sie schreckt kein heißblütiger Wagemut und sei er noch so irrwitzig, bleibt der Empörte als Geschlagener zurück, eine lächerliche Figur. Was bleibt dem Helden wenn er schon keinen Sieg für Dulcinea vollbringen kann, ihm bleibt die Absicht seiner Tat, die Absicht in den Kampf für die Rechtschaffenheit gezogen zu sein, angestiftet von Quotenjägern und Medienzaren.
Doch der heute forenempörte Schreiberling ist zudem noch feige, denn Don Quixote setzt sich tatsächlich auf seinen Klepper und gibt sich so der Lächerlichkeit preis, wird zum Helden seines Irrtums, wenigstens das! Nein, die Heerscharen von empörten Tierschützern, Papst- und Königskritikern und Wertewächtern dessen was normal ist, tippen ihre Wortfetzen aus dem Hinterhalt ihrer Bildschirme in die digitale Welt hinaus, Pseudonym und gesichtslos.
Mögen ihre virtuellen Dulcineas ihnen zujubeln und sie gemeinsam das zeugen, was sie verdienen - Luftnummern.
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