Maulânâ Sheikh Nâzim al-Óaqqânî, Lefke, Zypern, Sohbet vom Yaum al-ahad, 3. Shawwâl 1428 /14. Oktober 2007 Übersetzung Khairiyah Siegel.
A‘ûdhu bi-llâhi mina sh-shaitâni r-rajîm, bismi llâhi r-rahmâni r-ra- hîm. Lâ haula wa lâ quwwata illâ billâhi l-‘aliyyi l-‘a|îm. O ihr Leute! Wir sind als Menschen erschaffen, erschaffen von den Kindern Adams! Wir sind geehrt worden! Allah ehrt uns – Madad, yâ Sul†ânu lAwliyâ’ –, versucht, diese Ehre zu bewahren! Womit Allah euch geehrt hat, das versucht zu bewahren! Wenn ich euch einen Diamanten gebe, muß ich euch dann sagen: „Hütet ihn“? Nein, denn es ist ja ein Diamant! Schnell tut ihr ihn an einen sicheren Ort! Was ist mit der Ehre Allahs des Allmächtigen, die euch gewährt wurde? Einige Leute suchen Ehre durch ihren Juwelen, durch ihre Kronen ... Frauen denken, daß sie dadurch etwas werden und sagen: „Wir sind so geehrte Leute! Schaut, meine Krone, so viele Juwelen! Mein Kopf ist wie ein Juwelierladen!“ Versteht ihr? Seid hier nicht wie Statuen! Nickt zumindest mit dem Kopf! Ich frage mich, ob die Letue verstehen. Niemand versteht ... Ihr müßt zeigen: „Ich verstehe auch“, selbst wenn ihr gar nichts versteht. Wenn jemand einige Juwelen hat, dann ist er so stolz und denkt, er sei ein VIP: „Ich bin ein VIP!“ Ein VIP? Wieso gehst du dann aufs WC? ‘Ayb, das ist eine Schande! „Ihr seid ein VIP?“ „Jawohl, mein Herr!“ Aber als erstes, wenn sie aus dem Flugzeug steigen und die Leute sie in die VIP-Halle bringen, fragen sie: „Bitte, wo ist hier das WC?“ Oh! Ihr seid eine so wichtige Person – wie? Gehst ein VIP aufs WC? Ein VIP muß jemand sein, der nicht aufs Klo geht. Stimmt’s? Sagt „Ja!“ Schlaft ihr? Schlaft nicht! Ihr seid solche Idioten! Sie sagen: „Der Scheich macht Späße und redet. Allah weiß, wann er aufhört. Und unsere Frauen warten draußen, wann wir wohl rauskommen, wir machen eine lange Unterhaltung hier, der Scheich hält eine endlose Rede ...“ „Sagt alle Ja, und es ist schnell vorbei, und wir können gehen ...! Heute ist der dritte ‘Îd-Mubârak-Tag, wir müssen gehen, die Kinder sagen: Wir müssen spazierenfahren, wo ist unser Vater oder Großvater?“
Tauba, Astaghfirullâh!
Bahlul Dana war ein berühmter Wali, Heiliger. Einmal sagte Harûn Raschîd, Amîru l-Mu’minîn: „Yâ Bahlûl!“ Bahlul war, wie wir sagen, divane; er sagte: „Amîru l-Mu’minîn, was ist dein Befehl?“ „Geh zur Moschee und schau gegen Maghreb, wer zum Gebet kommt; bring die, die in der Jama‘ât beten, zum Iftar in den Palast!“ „Jawohl, mein Herr, ich versuche das.“ Er ging, und die Moschee war voll, und Bahlul kam zurück, aber brachte nur zehn Leute mit sich. Der Amîru l-Mu’minîn fragte: „Wo sind die Leute, die du zum Iftar bringen solltest?“ „O Amîru l-Mu’minîn, o Sultan! Du hast mir gesagt, diejenigen, die beten, bring zu mir, und die habe ich gebracht.“ „Nur zehn Leute?“ „Jawohl, mein Herr! Ich stand nämlich and der Tür der Moschee und fragte sie: ‚Was hat der Imam rezitiert?‘, und sie sagten: ‚Ich weiß nicht.‘ Nur zehn Leute habe ich gefunden, die zu mir sagten: ‚In der ersten Rak‘a, nach der Fâtiha, hat er Inna ataynaka rezitiert und in der zweiten, nach der Fâtiha, Qul Huwa-llâh. Nur zehn! Wenn du mir sagst: ‚Egal ob sie beten oder nicht, bringe, wen du dort findest‘, dann werde ich sie hierherbringen, aber du hast mir gesagt: ‚Diejenigen, die beten‘, und ich schaute, und nur zehn Leute waren beim Gebet dabei oder beteten. Und so sagte ich zu den anderen: ‚Geht!‘“
Unsere Leute – Subhâna lâhi l-‘aliyyi l-‘a|îm! Yâ Hû –, ihr müßt versuchen, auch etwas von dem zu behalten, was wir sagen! Aber, wenn ihr nicht anwesend seid ... Eure Herzen ... Was sollen wir jetzt sagen? „Der Scheich redet ohne Ende ... So viele Sachen ... Unsere Frauen rufen, die Kinder rufen, und sie sagen: „Die Mittagszeit geht vorbei, wir müssen gehen und nach so vielen Orten schauen. Der Scheich versammelt mehr und mehr Leute und fragt, ob sie hungrig oder ärgerlich sind. Der Scheich beginnt und spricht und spricht und spricht ... Was sollen wir nur sagen?“ Jemand sagt: „Ich muß rausgehen“, denn da ist auch ein WC ...“ VIP! „Wir müssen aufs Klo!“ Wie können sie VIP sein? Und jeder will ein VIP sein! Warum? Wegen ihrer Juwelen! „Wir sind jemand!“ Und ihr seid nichts, nichts! Ihr wollt mit etwas Materiellem ein VIP sein! VIP sind diejenigen, die jahd ‘inda llâh haben, wahre Ehre in der göttlichen Gegenwart, sie sind wahre VIPs, die Heiligen!
Auf dem Weg nach Deutschland fuhr ich mehrmals durch die Schweiz und kam immer bei St. Nikolaus von der Flüe vorbei. Jedes Mal, wenn ich vorbeikam, bat mich seine Spiritualität, anzuhalten, und er sagte zu mir: „Bete für mich!“ – Ich kam immer mit ‘Abdu Samad, Professor ‘Abdu Samad, er nimmt jeden Weg, er folgt jedem Weg, nicht nur einem. Er kommt und geht; er schaut nicht nach nur einem Weg, sondern sagt: „Ich muß alle Wege ausprobieren“, und er probiert sie – und es wird Maghreb. Vom Morgen bis zum Abend! Zum Maghreb findet er dann den Weg und sagt: „Diesen Weg müssen wir nehmen.“ ‘Abdu Samad, er ist ein Guter. – Und ich steige aus und sitze am Grab, und die Spiritualität von St. Nikolaus ist so freundlich mit der meinen.
Einmal gingen wir raus und wollten gerade ins Auto steigen, da kam jemand und schaute zu mir und grüßte: „Willkommen!“ „Thank you!“ Sie sagten mir, er sei der Priester des Klosters. Ich sagte „Seine Heiligkeit“ zu ihm, aber er sagte: „O Scheich, sag nicht Heiligkeit, denn ich bin nicht heilig. Ich kann nicht täuschen, ich mag die Leute nicht täuschen. Diese Bekleidung zeigt nur, daß ich der Diener dieses Klosters bin, nichts anderes, ich bin kein Heiliger!“ Ich fragte: „Ist selbst der Papst kein Heiliger?“ Und er sagte: „Selbst der Papst ist kein Heiliger! O Scheich, ein Heiliger liegt hier!“ Die Leute denken, daß das, was einige Leute euch an Ehrenabzeichen, Titeln, geben, ihnen Ehre gibt. Nein! Ehre kommt aus den Himmeln – Leute geben euch keine Ehre!
Aber die Leute werden von Schaitan getäuscht; sie denken, daß, wenn sie eine „Grand“-Uniform anziehen, sie zu jemand anderem werden! Ich sage: „Zieht diese „Grand“-Uniform aus, bleibt nur in T-Shirt und Shorts und geht raus, wer wird zu euch ‚Willkommen, mein Herr‘ sagen, wenn ihr sagt: ‚Ich bin ein General?‘ „Wirklich? Ein General?“ Er zieht sich an und kommt, und sie sagen: „Jawohl, mein Herr! Sprich, du bist der General!“ Du bist kein General, deine Kleider sind der General! Die Leute denken, daß Titel, Nachgemachtes, den Leuten Ehre geben, nein, nein! Schaut, daß Ehre zu euch aus den Himmeln kommt! Das ist Ehre! Aber die Leute werden alle getäuscht, und so laufen sie, um etwas zu lernen, um zu studieren, zu studieren. In Universitäten, hier und dort, um etwas zu erreichen, um zu graduieren, um Doktoren und Master zu sein, PHD ... Jeder läuft, um etwas zu sein, ein so Wichtiger! Sie fragen niemals, was wohl den Herrn der Himmel mit ihnen zufrieden macht! Und so kommt jetzt der Fluch auf die Nationen!
Alle Nationen sind unter dem himmlischen Fluch, und der Segen ist emporgehoben ... So wie Gabriel es sagte, als er Rasûlullâh zum letzten Mal besuchte: „Oh, geliebtester, verherrlichtester, gepriesenster Diener meines Herrn! Dies ist das letzte Mal, daß ich zu dir komme; ich komme nicht mehr!“ Und er sagte: „Nach dir komme ich noch ein paarmal aus bestimmten Gründen.“ „Wozu?“ „Ich komme, um den Leuten ‘ilm, das wahre Wissen, zu nehmen. Ein zweites Mal komme ich, um die Barmherzigkeit aus den Herzen der Menschen zu nehmen. Und ein drittes Mal komme ich, um den Leuten haya, das Schamgefühl, zu nehmen, so daß man bei den Männern und Frauen kein Schamgefühl mehr findet und Schamlosigkeit auf der ganzen Welt sein wird!“ Schaut jetzt! Männer und Frauen sind schamlos, sie haben dunkle Gesichter. Nicht in dem Sinne dunkel wie die Farbigen, nein, finster! Es kann jemand eine dunkle Hautfarbe haben, aber leuchten! Diese Leute werden, auch wenn ihre Gesichter hellhäutig sind, Dunkelheit und Häßlichkeit an sich haben! O ihr Leute! Versucht, eine Ehre in der göttlichen Gegenwart zu erlangen, damit ihr mit wahrer Ehre geschmückt werdet! Und Allah der Allmächtige bekleidet Seine Diener täglich fünfmal; diejenigen, die kommen und beten, bekleidet Er jedesmal mit einer anderen Ehre! Wie laufen da die Leute, um einige Medaillen zu haben? Und sie machen sie hierhin: „Ohhh ...!“ Hierhin und dorthin, von oben bis unten ... Al-hamdu lillâh, machen sie mich die Wahrheit sprechen! Niemand kann Nein sagen! Fünfmal rufen sie euch: „O ihr Leute, „hayya ‘alâ Salâh“, kommt zum Gebet, weil Allah der Allmächtige auf euch schaut: „Ob Mein Diener wohl seinen Eid einhält und kommt und für Mich ist?“ Er schaut, und wenn jemand kommt, so bekleidet Er ihn mit Ehre: morgens, zum ‚Zuhr, zum ‘Asr, zum Maghreb, zum ‘Ishâ’. „Wir können nicht so viel beten ...“ „Ihr werdet zu Dienern des WCs werden“, sage ich zu ihnen, „Ihr werdet wie große Ratten, fette Ratten, in den Abwasserkanälen sein. An eurem letzten Tag werdet ihr so sein. Es gefällt euch ja, immer dort zu sein, und nicht, zu kommen und zu sagen: ‚O unser Herr, vergib uns und bekleide uns mit Deinen himmlischen Ehren!‘“ Dies ist eine andere Periode der Ignoranz. Der Prophet hatte die erste Periode der Ignoranz beseitigt, aber nun kommen die Leute in die größte Dunkelheit durch die Ignoranz! Und sie haben ihren Weg verloren; sie laufen Schaitan und Schaitans Repräsentanten hinterher! Alle Länder, die die Demokratie haben, repräsentieren Schaitan! Jeder macht Wahlen ... Da kommt eine 9o Jahre alte Dame und fragt: „Wo soll ich den Zettel hineintun?“ „Wieso kommst du hierher?“ „Sie haben mich zu den Wahlen gerufen.“ „Unterschreibe hier. Du bist von den Affen.“ „Ha? Affen?“ Ja, sie sieht wie ein Affe aus. „Schreib hier Affe hin. Diese Box ist für Affen und ihre Nachkommen, diese ist für die Nachkommen der Bären, diese für die Nachkommen der Gorillas ...“ Versteht ihr? Die Leute verlassen die himmlischen Befehle, einschließlich der islamischen Welt! Überall machen sie Wahlen, Wahlen ... Das ist zu hundert Prozent der Weg Schaitans, der satanische Lebensstil, um die Leute auf den gefährlichsten Weg zu bringen, daß sie einander umbringen. Möge Allah uns vergeben! O ihr Leute – es ist genug. Genug, was wir sagen ... Möge Allah uns vergeben! Wenn Allah seinen Diener mag, dann macht er, daß er für Ihn arbeitet. Aber Allah liebte niemals solche Leute, die hinter Schaitan herlaufen! Und der Fluch kommt auf sie, der Segen auf die Muslime oder Gläubigen! Möge Allah uns vergeben! Zu Ehren des in Seiner göttlichen Gegenwart Geehrtesten, Sayyidinâ Muhammads, Fâtiha.
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