Freitag, Oktober 28, 2005

Aufgeschnappt...

Bei uns im Forum habe ich folgendes Posting aufgeschnappt:

Zitat:
Original geschrieben von Niels:
"Wenn ich den Leittierstatus anstrebe, geht das meiner Meinung nach nur über Dominanz. Das Leittier ist oft unbarmherzig, für unser Verständnis sogar manchmal ungerecht, fordert rücksichtskos Aufmerksamkeit, wann immer er das für angezeigt hält, kann sicher auch mal kuscheln (aber Anfang und Ende werden dann allein vom Leittier bestimmt), aber dafür macht es immer das aus Sicht des Herdenmitglieds Richtige ( auch immer mit der gleichen Konsequenz) und das ist wohl das Schwierigste für uns Menschen (zu wissen, was in der jweiligen Situation richtig ist und trotz eigener Stimmungslagen immer gleich konsequent zu erscheinen)."

Andrea Speidel (Horsewomman): "Genau!! Du hast den Finger genau auf die Wunde gelegt. Das ist genau der Punkt wo die meiste "Pferdeflüster“ -literatur" einen weiten Bogen drum macht. Und genau das ist auch das Schwierige an so einer Beziehung. Es gab schon Fälle wo Reiter mit der „Bodenarbeit nach Buch!!“ in sehr gefährliche Situationen gekommen sind, wo plötzlich vom Pferd „Rangordnungskämpfe“ eingefordert worden sind, die erstmal klären sollten, wer hier der Dominante ist. Klar gelten dann, wenn man ein solches Parkett betreten hat .. klare und meist auch etwas unbarmherzige Regeln. Ein Leittier braucht eben diese „soziale Kompetenz“ ..(lach ... hatten wir das nicht schon einmal in einem anderen Zusammenhang!!)

Und es ist immer so, die Kommunikation beginnt wenn ich mich den Pferden nähere (quasi .. von der Weide hole) und endet, wenn ich das Pferd verlasse (auf die Weide bringe). Ich dieser Zeit sollte ich diese Regeln befolgen bzw. wenn das nicht immer geht, mir die Regelübertritte merken. Ich habe da so eine Art Punktsystem im Kopf und weiß, wenn das Pferd mal wieder zu viele Pluspunkte gesammelt hat, kann es unter Umständen für mich gefährlich werden!

Wenn ich mit meinen Pferden z.B. ohne Zaum reite oder sie auffordere ohne Leine frei hinter mir herzulaufen, obwohl überall auch andere Pferde stehen etc. sind das keine Zirkuskunststücke, sondern hier teste ich genau ob ich noch eine Leitfunktion innehabe bzw. versuche meine Stellung so zu festigen.

Und deswegen liegt das Geheimnis eines sicheren und vertrauensvollen Reitens im Umgang mit den Pferd!"

1 Kommentare:

obsto hat gesagt…

Ach, jetzt verstehe ich den Zusammenhang mit der nächsten Story: König Chlodwig ist das Leittier und handelt notwendigerweise unbarmherzig aber gerecht, als er den Krakeler bestraft. Hugh!