Montag, Mai 14, 2012

Mukadimma Ibn Khaldoun - Bequemlichkeit

Heute morgen zum Sonnenaufgang stöberte ich im Bücherregal und fand die Mukadimma von Ibn Khaldoun und dort war über die Bequemlichkeit der Völker zu lesen. Ich war fasziniert mit welch schlichten Worten Ibn Khaldoun den technischen Fortschritt von Zivilistationen als Zeichen ihrer zunehmenden Bequemlichkeit beschrieb. Diese Bequemlichkeit würde befördert durch wachsenden Reichtum.

So las und dachte ich dabei an Dubai, die arabischen Emirate, Honkong, Singapur, und die eigene europäische Geschichte.

Nun machte mich die ganze Sehweise des Ibn Khaldoun schon stutzig doch seine Beschreibung der Nomaden, verblüffte mich dann vollkommen. Er behauptet die zunehmende Entwaffnung der Zivilbevölkerung, macht aus Männern schutzbedürftige Bürger, gleich Frauen und Kindern, weil sie ihre Waffen abgeben, ganz im Verrtauen auf Recht und Ordnung und sich ganz auf die bewaffneten Kräfte verliessen.

Über die Zeitläufte  verlören sich dann bei ihnen die Fertigkeit im Umgang mit den Waffen und was noch schwerer wiege auch die notwendigen Charakterzüge des guten Benehmens und des respektvollen Umgangs miteinander, welche die waffentragenden Nomaden auszeichne. Er sagt, der wohlhabende Bürger, immerhin das Ideal der modernen Gesellschaft, wird zwangsläufig zum kindischen Menschen schlechten Benehmens und übler Charakterzüge. Ein Wehr-und Ehrloser ohne Würde!    

Aufmerksamkeit - Fokus - Flow

"Der Umfang der visuellen Aufmerksamkeit", heißt es bei wikipedia, "wird durch die Anzahl gleichartiger Gegenstände bestimmt, die mit einem Blick, d. h. in etwa 200 Millisekunden wahrgenommen werden können. Beim Erwachsenen sind das 6 bis 12, im Mittel 8 Objekte, bei Kindern weniger. Der Aufmerksamkeitsumfang hängt von der Art der wahrzunehmenden Gegenstände, von ihrer Bekanntheit, der Beleuchtungsintensität auf die Gegenstände, dem Kontrast, unter dem die Gegenstände erkennbar sind und von der subjektiven Einstellung des Beobachters zu den Typen der Gegenstände ab".
Weiter heißt es in wikipedia und da wird es besonders interessant, "sei es nahezu unmöglich, gleichzeitig einen optischen und einen taktilen Reiz zu beurteilen, wie Richard Pauli (1914) zeigte. Das stützt auch die als Enge des Bewusstseins bezeichnete Annahme, dass sich die Aufmerksamkeit jeweils nur einem Inhalt zuwenden kann (von Michael Posner als spotlight-(Scheinwerfer)-Modell bezeichnet[1]).
Mehrfachleistungen beruhen offenbar auf einem schnellen Wechsel der Zuwendung von einer Aufgabe zu einer anderen. Das ist anstrengend und führt rasch zur Ermüdung."

Berittenes Bogenschiessen erfordert unter anderem genau diese Art von Mehrfachaufmerksamkeit, taktil - Pferdreiten, Bogens spannen und Zielen, das ist das sich Ausrichten auf einen optischen Reiz. Wollte man diese Aufmerksamkeitsdoppelbelastung beim Bogenschiessen sportwissenschaftlich genauer untersuchen, genügt es sicher den Vorgang des Schiessens als solchen näher zu beleuten. Doch in diesem Text geht es mehr um die Erfahrungen, die wir beim berittenen Bogenschiessen machen und ihre Einordnung zu Begriffen, die wissenschaftlich geprägt sind.

Vor und während des Rittes richtet sich der Schütze mithilfe seines Sehsinns auf die das Ziel aus, er sieht nichts anderes mehr als die Scheiben und die Bahn, wie in einem Tunnel. Die hohe Konzentration dabei lassen ihn die wenigen Sekunden während des Rittes oft wie eine kleine Ewigkeit erscheinen, was ein Anzeichen für ein Flowerlebnis sein könnte. [2]

Montag, November 21, 2011

Physiologus

... eine der skurilsten und damit schönsten deutschsprachigen Seiten im Internet ist:
http://www.physiologus.de   und das ist ein Physiologus: http://de.wikipedia.org/wiki/Physiologus

...diese Literatursammlung erhebt zwar den Anspruch vollstängiger zu sein, ist aber einfach lieblos gemacht
http://gutenberg.spiegel.de/  

ein ganz anderer versucht sich an den Quellen http://12koerbe.de/  und hat dafür 12 Körbe, ob sie Aposteln gehörten?

Aufschrift über dem Eingang eines Landwirtschaftsguts

„Nihil melior nihil homini libero dignius agricultura – Nicht ist besser, nichts dem freien Menschen würdiger, als die Landwirtschaft“.

Der König von Afghanistan ist tot (Juli 2007)

aus Erbe und Auftrag http://www.promonarchie.de/auszuege22007.pdf 

Der muslimischen Tradition folgend wurde er binnen 24 Stunden in dem nur notdürftig wiederhergestellten Mausoleum seines Vaters beigesetzt. Er ruht nun an der Seite seiner 2002 gestorbenen Gemahlin, die kurz nach dem Ende des Exils noch in Rom gestorben war. Am 18. April 2002 war der König mit 87 Jahren in seine Heimat zurückgekehrt. Damals keimte die Hoffnung auf, er könne das Land einen und befrieden, alleine Kraft seiner Autorität, die er noch im bei den Afghanen genoß. Welches Leid hätten die USA dem Lande, der Bevölkerung, sich selbst und den anderen hineingezogenen Staaten ersparen können. Kaum ein Tag ist seit dem vergangen, an dem nicht irgendwelche Opfer zu beklagen gewesen wären. Als König einer parlamentarischen Monarchie eingesetzt, wäre mit Sicherheit die Entwicklung eine andere gewesen. Doch die Amerikaner haben in ihrer Geschichte immer wieder bewiesen, daß sie die Kraft einer Monarchie völlig falsch einschätzen. Auch Deutschland und damit damals auch der Welt wäre viel Leid erspart geblieben, hätten die USA nicht auf die Absetzung der Hohenzollernmonarchie in Deutschland 1918 gedrängt. Libyen und der Irak sind andere aktuelle Beispiele. Nicht zu vergessen der Iran/Persien. Die damaligen Herrscher waren auf einem sorgsamen Weg der Öffnung ihrer jeweiligen Länder zum Westen hin. Dann versanken sie in Diktaturen und Terror. Die Verantwortung dafür ist auch den „Weltpolizisten“ USA anzulasten. Die drei letzten Könige Afghanistans waren Modernisierer. Nadir Shahs (Vater von Zahir Shah) Vorgänger, Amanullah, hatte sich im britisch-afghanischen Krieg 1919 auch mit Unterstützung Sowjetrußlands und der damals noch eigenständigen Sowjetrepublik Buchara militärisch behaupten können. 1921 schuf Amanullah das politisch selbstständige Königreich Afghanistan. Amanullahs Bemühungen um Modernisierung – so drängte er auch auf eine vorsichtige Emanzipation der Frauen – stießen allerdings auf inneren Widerstand. Nach dem Sturz Amanullahs im Jahre 1928 verheerte ein vierjähriger Bürgerkrieg das Land, der erst mit der Thronbesteigung Nadir Shahs im Jahre 1932 sein Ende fand. Nadir wurde aber schon 1933 von einem geisteskranken Studenten ermordet. Der 1914 in Kabul geborene Zahri wurde zum König proklamiert. Er war damals erst 19 Jahre und hatte gerade erst seine Erziehung in Frankreich abgeschlossen. In den ersten Jahren seiner Herrschaft regierte noch sein Onkel als Ministerpräsident das Land. Doch während des Ersten Weltkriegs gelang es Zahir Shah bereits, Afghanistans Neutralität – und seine Grenzen – zu wahren. Zahir Shah war bemüht, die vorsichtigen Reformbestrebungen seiner Vorgänger Amanullah und Nadir Shah fortzusetzen. Das schloß außenpolitisch den Dialog mit Großbritannien und der Sowjetunion, später auch den USA ein. Im Inneren sorgte der Pashtune Zahir Shah für einen Ausgleich der Volksgruppen, verhinderte vor allem eine pashtunische Alleinherrschaft.
Dabei stammte der König selbst von einer langen Reihe pashtunischer Herrscher ab und war entfernt mit Hamid Karsai verwandt. Des Königs Herrschaft galt als eine der friedlichsten der afghanischen Geschichte.1953 wurde sein Cousin Mohammed Daud Ministerpräsident. Zehn Jahre später begann der König endlich, sich aktiv in die Politik einzumischen. Er zwang seinen Cousin zum Rücktritt. Und er begann, das Land am Hindukusch in einen modernen demokratischen Staat zu verwandeln. Seine Reformen ebneten 1964 den Weg für ein Zwei-Kammern-Parlament, Wahlen, eine freie Presse und für die Emanzipation der Frauen. Der König gründete Afghanistans erste Universität und holte ausländische Berater ins Land. Aus Ost und West flossen Hilfsgelder nach Afghanistan, und zumindest die Hauptstadt wuchs und gedieh in diesem Geldsegen. Unter seinem Regime erlebte das Land eine lange Dekade des Friedens und der Stabilität – bis heute erinnern sich die Afghanen mit Wehmut an diese Zeit. Selbst westliche Touristen reisten zuhauf an den Hindukusch. Sie besichtigten die wild-romantische Bergwelt und die Relikte uralter Kulturen. In jenen Jahren war Afghanistan ein Märchenland, ein Hoffnungsstrahl, und ein Drogenparadies für Hippies und Weltverbesserer. Doch in den siebziger Jahren wandelte sich das Blatt. Die goldenen Zeiten gingen zuende. Dürre und Hungersnot beutelten das Land, und an der Grenze zu Pakistan forderten paschtunische Stämme immer lauter ihre Unabhängigkeit. In dieser Zeit reiste Sahir Shah bereits viel in der Welt herum. Seine Gesundheit ließ zu wünschen übrig, er ließ sich in verschiedenen Ländern behandeln. 1973 nahm er gerade in Neapel Schlammbäder gegen seine Rückenprobleme, als er in Abwesenheit vom Thron gestürzt wurde. Sein Cousin Mohammed Daud führte den Putsch an und erklärte sich selbst zum Präsidenten. Von da an ging es endgültig bergab mit Afghanistan. Daoud hob die demokratische Verfassung auf und schuf eine diktatorische Präsidialrepublik. Außenpolitisch setzte Daoud den Kurs des Königs fort, gleich gute Beziehungen zu allen Großmächten zu pflegen. Sein hartes Vorgehen gegen die prosowjetische Opposition (Demokratische Volkspartei unter Nur Mohammed Taraki) begünstigte den erneuten Umsturz im Jahre 1978, bei dem Daoud erschossen wurde. 1979 marschierte die Sowjetarmee ein und brachte Chaos über das Land. Nach ihrem Abzug zehn Jahre später versank das Land im Bürgerkrieg und Anarchie. 1996 kamen schließlich die Taliban an die Macht. Während all dieser dunklen Jahre lebte Sahir Shah in Italien. Er hatte nie die Absicht, seine Macht zurückzuerobern. Doch jedes Mal, wenn man ihn fragte, sagte er: „Ich bin bereit, nach Afghanistan zurückzukehren, wenn es dazu dient, meinem Volk zu helfen.“

Mittwoch, November 16, 2011

Publikumsjoker und Ameisenalgorithmus

Einen Fernseher besitze ich nicht, habe mir aber trotzdem in Auszügen manchesmal die Jauch'sche Quizsendung "Wer wird Millionär?" angeschaut. Dort gibt es unter anderem zur Lösungsunterstützung einen Publikumsjoker oder den Anruf bei einem Experten. Der Kandidat darf entscheiden welche der beiden Hilfen er in Anspruch nimmt.

Ist das Nachfragen bei einem vertrauenswürdigen Experten seit altersher eine anerkannte und schlüssige Lösungsstrategie, so verdient der Publikumsjoker eine gesonderte Betrachtung. Von vier möglichen Antworten ist bei diesem Spiel nur Eine richtig. Beim Publikumsjoker wird das Publikum befragt und als Ergebnis bekommt man Verhältniszahlen, nämlich wieviele Anwesende aus dem Publikum eine der vier Lösungen für die Richtige halten. Im Laufe der Zeit hat sich gezeigt, dass bei schwieirigen Fragestellungen, die Ergebnisse der Publikumsbefragung irreführend und damit falsch waren. Es ist also wenig zielführend viele Unwissende nach der richtigen Lösung zu befragen, denn auch in der großen Menge ihrer Antworten ergibt sich keine Richtung, die auf das korrekte Ergebnis hinweisen könnte. Es ist also bei solchen Fragestellungen für die Kandidaten sinnvoller Experten zu befragen.

Auch Ameisen haben täglich schwierige Fragen zu lösen, nämlich den kürzesten Weg von einer Futterstelle zu ihrem Bau zu finden. Ihre Lösungsstrategie, die im Ameisenalgorithmus bei Simulationsberechnungen Eingang gefunden hat, ist aber weitaus erfogreicher als der Jauch'sche Publikumsjoker und zwar zu nahezu 100% erfolgreicher. Auch die einzelne Ameise kennt die Lösung, den kürzesten Weg zur Futterstelle, nicht und trotzdem finden sie im Verein, den Kürzesten nach einingen wenigen Versuchen immer.

Das Verfahren des Publikumsjokers erinnert jedoch sehr an das Prozedere bei demokratischen Abstimmverfahren und es verwundert sehr, dass Menschen dieses für so tauglich halten, wissen sie doch aus Erfahrung mit dieser Lösungstrategie, je schwieriger die Aufgabenstellung, umso falscher die Ergebnisse solcher Befragungen. Allein die Einrichtung des demokratischen Verfahren als solches verbietet seine In Fragestellung oder Beurteilung seiner Effektivität. Es ist damit die institutionalisierte Dummheit! Der Grund dafür liegt in seiner Legitimierungsbegründung. Ganz gleich wie falsch die Ergebnisse der Befragung auch sein mögen, wenn sie von der Mehrheit getragen werden, sind sie gültig. Im Laufe der Zeit wird garnicht mehr nachgefragt, ob ein Befragungsergebnis richtig oder falsch war, sondern es gilt nur seine Auswirkungen zu tragen. Das führt zu einer Beliebigkeit der Ergebnisse und dem Ablehnen der Möglichkeit Richtiges zu denken.

Doch genug davon, was falsch ist wird sich nicht lange halten können! Auch wenn die Befürworter dieser Dummheit mit ihren ideolischen Lügen eine vieltausendjährige Geschichte der Demokratie behaupten. Die Ameisen wären sämtlich ausgestorben, würden sie bei ihrer Suche nach dem kürzesten Weg zum Futter wie unsereiner demokratisch abstimmen. Was machen sie besser in ihrem Weiberstaat und ist das was sie anders machen auf uns Menschen anwendbar und wenn ja, dient es dazu unsere Würde nicht zu verlieren?         





Freitag, Oktober 14, 2011

Abrahams Entdeckung...


[6:76] Qur'an

Als nun die Nacht ihn überschattete, da erblickte er einen Stern. Er sprach: «Das ist mein Herr!» Doch da er unterging, sprach er: «Ich liebe nicht die Untergehenden.»

Als der Prophet Abraham, der Herr segne ihn, aus einer Höhle kam, entdeckte er einen Stern am Himmel, verwundert über dessen Lichterscheinung, sprach er: "das ist mein Herr!", so heißt es im Qur'an in der Sure Al An'am im 76. Vers. Die Frage, die Abraham antreibt, wie sie jeden Gläubigen beschäftigt, ist die Suche nach seinem Herrn, denn der Gläubige versteht sich in seinem Innersten als Diener. 
Derjenige, der herrschen will, dessen Innerstes einen Weg sucht Macht zu erlangen, sucht keinen Herrn, ganz im Gegenteil, er fordert Dienerschaft ein. Abraham gehört nicht zu denjenigen, die herrschen wollen und ist damit in seinem weiteren Leben der Gegenspieler par excellence zu Nimrud, dem Herrscher, der sich für Gottgleich hält.
 
Abraham erkennt zunächst in der Lichterscheinung eines Sterns am Nachthimmel seinen Herrn und Gott. Weshalb meint er, dass es sich bei diesem Phänomen "Stern am Abendhimmel" um Gott handele? Es könnte alles mögliche andere sein, was seine Aufmerksamkeit geweckt und hätte so schlußfolgern lassen, aber von einer Lichterscheinung jenseits der Erreichbarbeit sagt er, sie sei sein Herr. Ein Licht auf der Erde, ein Feuer eine Lampe ganz gleich wie weit von Abraham entfernt, hätte er nach Menschlichem ermessen erreichen können. Einen Stern nicht! Sternenlicht liegt ausserhalb unserer Beeinflussbarkeit, es erreicht uns, wir sie, die Sterne nicht. So ist der Stern für einen mit Weisheit begabten Gottessucher durchaus ein ernstzunehmender Kandidat. Dumme Menschen, die sich in ihren eigenen Machbarkeitsüberlegungen und -wünschen verstricken und diese Verstrickungen auch nicht erkennen können, werden Göttliches immer in Erreichbarem und Materiellem suchen, um dann einen Weg zu seiner Beherrschbarkeit zu finden. Der Technologismus der Moderne ist das Paradebesipiel für eine derart verfehlte Gottessuche.    
 
Eine der ungelösten Fragestellungen und seit altersher brennenden Fragen der Wissenschaften ist die Ursache von Licht. Sein Wesen verweigert sich jeder Festlegung (http://www.weltderphysik.de/de/1487.php). Mal Ausdruck elektromagentischer Wellen, mal Teilchenstrom verbirgt sich seine eigentliche Ursache hinter dieser Dichitomie.
 
Licht astronomischer Herkunft, ist besonders geeignet Kandidat für den Quell letzter Gründe und Ursachen zu sein. Seine Unerreichbarkeit sichert es vor menschlicher Beeinflussung, sein Licht so fern und  jenseitig scheint keine weitere Ursache zu haben.
Ein Stern am Nachthimmel, läßt Abraham vermuten in ihm den Urgrund der Schöpfung gefunden zu haben und damit sein Herr zu sein. Das zeigt wie analytisch und logisch der Prophet Abraham bei seiner Suche nach Gott vorgeht. Während seiner nächtlichen Beobachtung stellt er jedoch fest, dass dieser Stern und sein Licht wieder verschwindet. Und jetzt zeigt sich zu welch gewaltiger Erkenntnisleistung Abraham, der Friede sei mit ihm, fähig ist. Aus dem Untergehen des Sterns schließt er, dass es sich bei diesem und seinem Licht eben nicht um den Urgrund alles Seienden handeln kann, denn Gott, so postuliert er, muß nicht nur unerreichbar sondern auch unverrückbar sein. 
 
Und von einer weiteren erstaunlichen Leistung Abrahams wird hier im Qur'an gesprochen, seine Entdeckung begründet er obwohl sie einer großen Geistesleistung entspringt nicht logisch und führt auch keinen Gegenbeweis der Göttlichkeit des Sterns, sondern er stellt schlicht fest, dass er das "Untergehende nicht liebe". So folgt auf eine erstaunlich tiefschürfende und scharfsinnige Analyse seines Verstandes über die Leichterscheinung am Himmel eine noch erstaunlichere Schlußfolgerung, die auf die Größe seines Herzens hinweist.  
 
Abraham nennt den Antrieb für seine Gottessuche, Liebe! Eine Liebe, die er für ihn so kostbar ist, daß er sie nicht auf etwas Vergängliches richten mag. Seine Liebe ist fern von Liebeleien, Sympathien und Vorlieben, Sehnsüchten und Wünschen, sie entspringt dem Herzen eines Dieners auf der Suche nach seinem Herrn. In diesem kurzen Vers aus der Sure Anam, tritt uns im Prophet Abraham ein Mann entgegen, der nicht nur im Vollbesitz aller geistigen Kräfte ist, sondern auch ein Mensch, dessen Liebe rein ist von irdischen Anhaftungen und dessen Herz sich nicht täuschen läßt.
 
Einer der ganz Großen der Menschheitsgeschichte!   
  

Mittwoch, September 07, 2011

Wie ein Liebesgespräch Bruno Latour: "Jubilieren. Über religiöse Rede"

Der französische Soziologie und Philosoph Bruno Latour ist einer der herausragendsten Vertreter der Wissenschaftsforschung. 2002 erschien sein Buch "Jubilieren. Über religiöse Rede". Jetzt ist seine leidenschaftliche und kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Religion auf Deutsch erschienen.

 "Wie viel Bytes hat die Religion? Eine absurde Frage? Geht es doch bei Religion nicht um Übertragung von Daten. Darüber ist man sich schnell einig. Und dennoch messen wir religiöse Rede immer wieder am Maßstab der Informationsübermittlung, meint Wissenschafts- und Akteurtheoretiker Bruno Latour. Seit über vier Jahrhunderten beherrscht das der Wissenschaft entlehnte Informationsmodell Denken und Sprechen der Moderne. Das sei eine der entscheidenden Ursachen dafür, warum uns das Reden über Religion heute so fremd geworden ist. Doch es werde kein Wissen vermittelt, kein durch Ja oder Nein berechenbarer Wahrheitswert. Hauptmerkmal religiöser Rede ist es dagegen, zu erschüttern und zu verwandeln."
Zur Buchbesprechung

Dienstag, August 23, 2011

Der Bahn-Wahn

Leider werden heute nahezu alle Reiterbognerwettkämpfe auf eine für Pferde recht kurzen und geraden Bahn durchgeführt. Auf dieser Strecke soll das Pferd dann möglichst gleichmäßig mehrfach hintereinander seine Dienste verrichten, damit der Schütze ungestört schiessen kann und sich voll und ganz dem Treffen widmen. 
100-150m geradeaus galoppieren bereitem einem gesunden Pferd keine Mühen, selbst wenn es das mehrfach tun soll. Die Tücke dieser Übung liegt eher darin, dass das Pferd mit durchhängenden Zügeln frei geritten wird. Es gibt nichts, was es davon abhält nach rechts oder links, schnell oder sehr schnell zu galoppieren.
Damit der Reitanfänger wenigstens ein Pferd hat das geradeaus läuft und nicht unvemittelt abbiegt, werden auf nahezu allen Reiterbognerbahnen rechts und links Begrenzungen errichtet, die das Pferd in Spur halten sollen. Sie entlasten den Reiter, damit er Bogenschiessen kann, aber sie verhindern auch dass er es lernt sein Pferd allein mit Sitzhilfen auf Spur zu halten!

Was aber unleich schwerer ist, ist das Drosseln der Geschiwndigkeit von Pferden, die ihren wahren Spaß daran haben endlich mal richtig Gas zu geben und sich den auch nicht sofort nach 100 oder 150m wieder nehmen lassen. Eine nahezu unlösbare Aufgabe für den Reiterschützen, der ein Pferd mit Temperament sein eigen nennt und der doch auch noch Pfeil und Bogen schiessen will. Kaum nimmt er den Bogen in die Hand und legt den Pfeil ein, legt sein Pferd auch schon einen Zahn zu und bleibt nicht beim erhofften Schaukelgalopp. Bald mutmaßt der Reitanfänger und unerfahrene Reiterbogner das Pferd scheue vor dem Bogen oder ängstigt sich vor dem Pfeilgeräusch, wenn dieser losgelassen wird, oder meint die Bahn selbst sei es, die das Pferd zu mehr Tempo veranlasst. 
Zu weit über 90% der Fälle trifft genau das aber nicht zu, denn im Schritt oder Trab hält das Pferd nicht nur sein Tempo und läßt alles schiessen auf seinem Rücken zu, sondern es tut dies auch auf der Bahn. Nur der Galopp scheint wie verhext. Dann werden Pferdetiefenpsychologische Begründungen herangezogen, von wegen Galopp sei Fluchtgangart und Fluchtier Pferd und ähnlicher Unsinn. 

Was tun, worin liegt die Tücke dieser Übung?

Der Galopp ist wenn er langsam sein soll ist für das Pferd anstrengender, als wenn er schneller geritten wird. Jedes Pferd hat entsprechend seines Trainingszustandes und seiner Art unterschiedliche Tempi, mit durchhängenden Zügeln kann sich das Pferd voll über seine gesamte Halslänge und Geschwindigkeit ausbalanzieren. Bemerkt ein Pferd, dass es nicht mehr kontrolliert wird, tut es was es will. Und das ist in erster Linie der Arbeit entgehen und seinen Spaß suchen. Der Reiterbogner hat aber das Problem, dass er keine Hand zur schnellen Kontrollwiederherstellung mehr frei hat und eben Bogenschiessen muß. Also lernt das Pferd sehr schnell, sobald der Typ auf meinem Rücken den Bogen und den Pfeil in die Hand nimmt, bin ich frei das zutun, was mir Spaß macht.

Ab durch die Mitte und nichts wie weg... Hat sich diese Routine erst einmal eingestellt, ist guter Rat teuer, was muß ich tun, damit ich die verlorene Konrolle wieder herstelle und was muß ich lernen und was muß mein Pferd lernen, damit es diese Kontrolle auch bei durchhängenden Zügeln erhalten bleibt?  

Und dann die wahre Meisterschaft des Reiterbogners, wie schaffe ich es, dass mein Pferd unterschiedlichste Geschwindigkeiten auf der Bahn auf mein Kommando hin galoppiert, sehr schnell und langsam, Jagdgalopp und Schaukelgalopp abwechselnd oder in einem Ritt die Schrittzahl leicht erhöhen und dann wieder drosseln, ohne Zügel und ohne Bahnbegrenzer und ähnlichem Kinderkram, die mein fehlendes Reitvermögen nur kaschieren? 

In der Skala der Ausbildung der deutschen Reiterei nennt man das Takt, die erste Stufe zu einem durchlässigen gehorsamen Schulpferd. http://de.wikipedia.org/wiki/Takt_(Reiten)       

Dienstag, April 12, 2011

Demokratiesucht

Demokratie ist das Zauberwort der Moderne, jede Lösung selbst schwierigster Probleme scheint in ihr verborgen, oder durch seine Anwendung überhaupt erst möglich. Beschwörend wird seine Legitimitätsbehauptung wiederholt, gleich der Litanei eines indischen Mantras und damit jedwedes Nachdenken über seine Richtigkeit unterbunden.

Die Summe von Abstimmungsverhältnissen komplexester Problemstellungen, die zuvor auf schlichte Fragen, die mit Ja oder Nein, dafür oder dagegen reduziert wurden, grob vereinfachend abstimmfähig gemacht wurden, sollen legitime Entscheidungsgrundlagen sein? Legitimiert durch sich selbst, der Mehrheit gezählter Stimmen zu einem bestimmten Zeitpunkt festgehalten, dessen zugrundeligender Sachverhalt garnie und einfach auf ein Ja oder Nein zu reduzieren ist?

Niemand würde sein kaputtes Auto einem Gremium von Leuten zur Reparatur geben, die nur wenig von ihrem Geschäft verstehen und von ihnen erwarten, dass durch ein Abstimmungsverhältnis dieser Laien, der richtige Weg für die Reparatur eingeschlagen wird. Niemand würde, wenn er krank wäre, über den Weg wie seine Gesundheit wieder zu erlangen sei, abstimmen lassen, nicht einmal wenn es sich bei den Abstimmenden um die Spezialisten der Spezialisten handelte. Nein wir verlangen für unser Wohlergehen nach dem Besten, dem der Wissen darüber hat, was das Richtige für uns ist, den wir zu Rate ziehen können, dem wir vertrauen können und den wir auch zur Verantwortung ziehen können.
Aber beim schwierigsten aller Geschäfte, nämlich dem Finden eines guten Weges für das Wohl und Wehe eines ganzen Volkes, soll demokratisches Handeln, eine Summenbildung nach Wahlen den richtigen Weg finden und darüber hinaus noch legitim sein?

Wie kann der vernunftbegabte und denkende Mensch je meinen, dass demokratisches Prozedere das leistet? Und dann der Aberwitz dieses Irrsinns! Hat eine Gruppe gewählter Ignoranten sich in die Problemstellungen des Regierens endlich und mühsam eingearbeitet, versteht langsam, worin die Probleme und die Aufgabenstellungen  des Regierungsgeschäfts bestehen, erkennt allmählich was zu tun und ratsam ist, zeigt die Analyse der Wahlergebnisse der letzten Jahre über alle Demokratien weltweit hinweg, neue Unerfahrene sollen die Probleme schneller und besser lösen als ihre Vorgänger, so will es das demokratische Wahlergebnis.

Demokratie ist der größte Betrug am Menschen und korrumpiert ihn letztlich. Demokratie führt uns Menschen in den Streit miteinander und zur Verschwendung unseres Vermögens. Sie befreit uns tatsächlich, zuerst vomVerstand und dann von der Menschlichkeit. 

"Sie ist die Beste der schlechten Regierungsformen", Platon, will sagen, es ist das Beste, was die Teufel für uns zur Vefügung haben um uns Menschen zu zerstören.